Ressourcenschonende Hochschulgastronomie
Nachhaltigkeit im Alltag sichtbar machen
Die Hochschulgastronomie erreicht täglich tausende Studierende. Hier entstehen Routinen – beim Essen, beim Konsum und im Umgang mit Ressourcen.
Damit ist sie ein zentraler Hebel für nachhaltiges Verhalten. Gleichzeitig bleibt sie soziale Infrastruktur: Angebote müssen bezahlbar und attraktiv sein. Unsere Aufgabe ist es, beides zusammenzubringen.
Nachhaltigkeit gemeinsam gestalten
Unsere Maßnahmen zeigen: Nachhaltigkeit ist in der Hochschulgastronomie kein Einzelprojekt, sondern bereits fester Bestandteil unseres Betriebs.
Dabei orientieren wir uns an drei Leitprinzipien:
- Bezahlbarkeit im Blick behalten
Nachhaltige Angebote sollen für Studierende möglichst bezahlbar bleiben. - Angebot und Verhalten zusammen denken
Klimafreundliche Optionen allein reichen nicht – sie müssen auch angenommen werden. Transparenz und Beteiligung ermöglichen
Informationen, Anreize und Mitwirkung unterstützen nachhaltige Entscheidungen im Alltag.
Wir entwickeln unser Speisenangebot weiter und begleiten diesen Prozess mit transparenter Information und Möglichkeiten zur Beteiligung.
Nachhaltigkeit sichtbar und erlebbar machen
Unsere Hochschulgastronomie trägt dazu bei, nachhaltige Ernährung im Studienalltag sichtbar und zugänglich zu machen:
- mehr klimafreundliche Wahlmöglichkeiten im Speisenangebot
- Maßnahmen zur Vermeidung von Abfällen und zum effizienten Einsatz von Ressourcen
- bezahlbare Angebote mit Wahlfreiheit
mehr Transparenz über Ernährung und Klimawirkung
Die Mensa ist damit nicht nur ein Ort der Versorgung, sondern auch ein Ort, an dem nachhaltige Ernährung im Alltag sichtbar und erlebbar wird.
Überblick [in Zahlen]
| Hochschulgastronomie | 2025 |
|---|---|
| Ausgegebene Essen | 1.814.025 |
| davon Studierende | 1.545.067 |
| davon Bedienstete und Gäste | 268.958 |
| Anzahl Betriebe | 14 |
| Preis Studierendenessen | 1,80 € - 5,55 € |
| Durchschnittspreis je Studierendenessen | 3,41 € |
| Umsatzerlöse Hochschulgastronomie | 9.414.887 |
Die Angaben wurden in Anlehnung an den VSME-Standard erhoben. Weitere Informationen im Kapitel »Überblick in Zahlen«.
| Abfallaufkommen nach Arten | 2025 |
|---|---|
| Ungefährlicher Abfall | |
| – Kunststoff | 1.500 m² |
| – Papier | 13.970 kg |
| – Glas | 240 l |
| – Altfett | 7.080 kg |
| – Speisereste | 204.740 l |
| – Nassmüll | 345.880 l |
| – Restmüll | 48.880 kg |
Kennzahlen in Anlehnung an den VSME-Standard erhoben. Weitere Informationen im Kapitel »Überblick in Zahlen«.
Das Studierendenwerk Hannover geht verantwortungsvoll mit Ressourcen um und verfolgt das Ziel, Materialien und Produkte möglichst lange zu nutzen. Wo immer möglich, vermeiden wir Abfälle, setzen auf Wiederverwendung und berücksichtigen den sparsamen Einsatz von Rohstoffen. So möchten wir den Ressourcenverbrauch schrittweise verringern und den Wert von Materialien möglichst lange erhalten.
Im Berichtsjahr haben wir verschiedene Maßnahmen umgesetzt, die diesen Ansatz unterstützen. Dazu gehören Mehrwegsysteme in der Hochschulgastronomie, der Einsatz aufbereiteter IT Geräte, die Weitergabe gebrauchter Baustoffe sowie die verstärkte Berücksichtigung langlebiger und reparaturfähiger Produkte bei der Beschaffung. Darüber hinaus erfassen wir Abfälle getrennt und führen verwertbare Stoffe den bestehenden Entsorgungs- und Verwertungssystemen zu.
Kreislaufwirtschaft verstehen wir als Querschnittsaufgabe. Deshalb berücksichtigen wir entsprechende Aspekte bei Bauvorhaben, bei der Beschaffung und im Betrieb unserer Einrichtungen. Bestehende Prozesse entwickeln wir kontinuierlich weiter und prüfen regelmäßig, wie sich Ressourcen noch effizienter einsetzen lassen.
Zwischen Anspruch, Kosten und Alltag
Auch in einem weit entwickelten System bleiben zentrale Herausforderungen bestehen:
- steigende Lebensmittelpreise bei gleichzeitigem Anspruch auf niedrige Preise
- begrenzte Verfügbarkeit regionaler und saisonaler Produkte
- Zielkonflikte zwischen Nachhaltigkeit, Wirtschaftlichkeit und Angebotsvielfalt
- unterschiedliche Erwartungen und Nutzungsgewohnheiten der Studierenden
Nachhaltige Angebote entfalten ihr Potenzial vor allem dann, wenn sie sich gut in den Studienalltag integrieren lassen und für Studierende bezahlbar bleiben.
Bestehendes weiterentwickeln und sichtbar machen
Viele Elemente einer nachhaltigen Hochschulgastronomie sind bei uns bereits fester Bestandteil des Betriebs. In den kommenden Jahren geht es daher weniger um grundlegende Neuausrichtung als um gezielte Weiterentwicklung und Verstetigung.
Für 2026 stehen insbesondere im Fokus:
- weiterer Ausbau regionaler und saisonaler Speisenangebote
- Einführung eines digitalen HACCP-Systems (Testo) in allen Betrieben
- Fortführung und Weiterentwicklung von Aktionsformaten wie Veganuary oder Nachhaltigkeitswochen
- stärkere Sichtbarmachung bestehender Maßnahmen, z. B. durch einen Nachhaltigkeitspfad in den Mensen
Verstetigung bestehender Kooperationen, etwa mit WasteSide und Foodsharing
Ziel ist es, Nachhaltigkeit im Mensaalltag weiter zu verankern und bestehende Maßnahmen kontinuierlich weiterzuentwickeln.
Nachhaltige Hochschulgastronomie bedeutet für uns, Bestehendes kontinuierlich weiterzuentwickeln und Nachhaltigkeit Schritt für Schritt im Mensaalltag zu verankern.